05. Okt 2015

Heute breche ich gleich mal zu Beginn eine Routine und begrüße euch mit „Moin“! Vorige Woche um etwa diese Zeit stand ich auf dem Deck und winkte zum Abschied während die Fähre ablegte. Ein wunderbares Wochenende lag hinter mir. Vier Tage zuvor war ich nämlich in den Zug Richtung Nürnberg geklettert, von wo aus es weiterging mit Nachtzug und Party-Express bis an die Nordsee, und mit der Fähre auf die schöne Insel Föhr zu Bloggen mit Herz. Was für eine tolle Zeit! Als ich wieder zuhause war und nachts um 2 Uhr ins Bett fiel, war ich müde aber glücklich, voller Inspiration und vielen wunderbaren Erinnerungen. Im Kopf, im Herzen, im Jutebeutel und im Glas.

Diese Erinnerungen habe ich vor allem den Menschen zu verdanken, die ich an dem Wochenende wieder treffen und kennenlernen durfte. Danke für so viele Anstöße und konstruktive Kritik, für inspirierende Gespräche, für leckeres Essen, für eine entspannte Radtour vorbei an roten Backsteinhäusern mit ihren hübschen Reetdächern und für eine besondere Yogastunde. Für Muscheln sammeln am Strand, ganz viel herzliches Lachen und Papierschiffhütchen. ♥

Bloggen mit Herz auf Föhr

Erinnerungen sind etwas Schönes, weil sie uns immer wieder aus unserem grauen Alltag retten können. Aber wie lässt sich eine tolle Zeit am besten konservieren, sodass man sich ein Stück davon zurückholen kann, wenn man möchte? In einem Joghurtglas, gefüllt mit Sand und Muscheln und schönen Steinen, das man aufschrauben und in das man seine Nase stecken kann, wenn die Sehnsucht nach dem Meer zu groß wird. Oder in Form von Liedern, bei denen man die Augen schließen mag, um sich zurück in den Norden träumen. Also habe ich mein Föhr-Wochenende in einer persönlichen Reise-Playlist konserviert.

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Kennt ihr diese Lieder, bei denen einen das Reisefieber packt und man sofort den Koffer packen möchte? Das Gefühl, wenn die Vorfreude auf neue Orte und neue Menschen immer größer wird? Und dieses Kribbeln, in dem Moment, in dem es dann endlich losgeht, wenn das Gepäck verstaut und der Zug sich in Bewegung setzt?


Ich liebe es dann, auf meinem Fensterplatz zu sitzen und Häuser, Wiesen und Bahnhöfe an mir vorbei ziehen zu lassen. Vertieft in Buch oder in Gedanken. Manchmal lausche ich einfach stundenlang den Geschichten, die um mich herum erzählt werden, oder frage mich, wo die Menschen wohl herkommen oder hinfahren und was sie schon alles erlebt haben.


Angekommen an einem neuen Ort wird dann erstmal die Gegend erkundet. Wisst ihr, ich liebe ja die Berge! Aber an diesem Wochenende habe ich mich, zugegeben, wieder ein bisschen in das Meer verliebt. “I fell in love with the seaside“! Muscheln suchen ist wohl eine Beschäftigung, der ich stundenlang nachgehen könnte, auch wenn auf den ersten Blick vielleicht jede gleich aussehen mag, hab ich nach wenigen Minuten sämtliche Taschen voll und möchte keine einzige mehr davon hergeben!


Vor allem waren da auf Föhr aber die tollen Begegnungen. Ist es nicht erstaunlich, wie schnell man einen Draht zu Menschen findet, wenn man eine Sache gemeinsam hat? Menschen um sich herum zu haben, die einen verstehen tut gut und es lässt einen wieder neue Motivation und Kreativität schöpfen, vor allem wenn man mal vergessen hat, wofür man das alles macht. Und sie können einem den Anstoß dazu geben, neue Dinge auszuprobieren (Raus aus der Routine!). Oder sich hinzusetzen und etwas zu tun, das man schon lang nicht mehr getan hat – zum Beispiel Schere und Kleber in die Hand zu nehmen und ohne viel Nachzudenken drauflos zu werkeln.


Und auf einmal sind drei Tage um. Und da ist das Gefühl zwischen eigentlich nicht weg wollen und sich auf Zuhause freuen. Sogar ein klein wenig auf die bevorstehende Alltagsroutine. Auch wenn uns jetzt schon wieder eine Woche und mehrere hundert Kilometer trennen, ich bin immer noch ein bisschen im Föhr-Modus. Denn links von mir steht ein Glas voller Muscheln und da drüben auf dem Regal ein kleines schwarzweiß gestreiftes Papierschiffchen.


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